Mama kriegt ein Baby - Geburtsvorbereitung für Geschwister


Geschwisterkinder
 © 1041483 / Pixabay

"Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:
die Sterne der Nacht,
die Blumen des Tages
und die Augen der Kinder."
Dante Alighieri


Wer das erste Kind erwartet, betritt Neuland. Werdende Eltern müssen sich mit allerhand Dingen befassen, die zuvor kein Bestandteil ihres Alltags waren. Das fängt bei der richtigen Ernährung in der Schwangerschaft an und reicht über den Elterngeldantrag bis hin zur Beikosteinführung und noch viel weiter.

Ist das Baby dann da, bedeutet das für die meisten Neu-Eltern eine gefühlte 180°-Wende, denn viele Lebensbereiche verändern sich gravierend: Der Berufsalltag, das Thema Freizeit, Reisen, Freundschaften. Die Schlafgewohnheiten. Alles scheint zunächst irgendwie auf den Kopf gestellt, fühlt sich anderes an als zuvor. Vielleicht auch etwas unfreier. Dafür gibt es im Gegenzug unzählige emotionale Momente, Glückshormone, Vater- und Muttergefühle, Babys erstes Lächeln und eine unvergessliche Zeit.



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Beim zweiten Kind läuft vieles routinierter ab. Die Eltern wissen bereits, was auf sie zu kommt. Der Wickeltisch, die Babyschale und alles, was sonst so benötigt wird, steht auch noch parat. Aber es gibt auch neuartige Herausforderungen zu meistern. Eine davon ist die Betreuung der älteren Geschwisterkinder während der Geburt und während des Krankenhausaufenthaltes. Sie muss rechtzeitig organisiert werden.


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Neben der eigenen Kliniktasche macht es deshalb Sinn, auch frühzeitig die wichtigsten Dinge für das Geschwisterkind vorzubereiten. Was benötigt wird, hängt vom Alter des Kindes, der Unterbringung und nicht zuletzt von den persönlichen Bedürfnissen ab. In jedem Fall sollten aber auch einige vertraute und persönliche Dinge (wie das Lieblingsstofftier, Spielzeug oder Bücher) mitgepackt werden, wenn das Kind nicht zuhause betreut wird.

Checkliste für Geschwister

  1. Alltagskleidung, Jacke, Mütze
  2. Schuhe für Drinnen und Draußen
  3. Schlafanzug, Schlafsack, ggf. Reisebett*
  4. Wickeltasche mit Windeln, Feuchttüchern, etc.
  5. Medikamente, falls benötigt!!!
  6. Zahnputzzeug
  7. Ggf. Kita-Tasche* mit Brotdose & Trinkflasche
  8. Lieblingskuscheltier & Lieblingsspielzeug
  9. Ein Geschichten-Buch zum Vorlesen
  10. Schnuller - sehr wichtig, falls benötigt!!!
  11. TODO-Liste für Oma, wann was gemacht werden muss + die wichtigsten Telefonnummern
  12. Und noch ein Tipp: Besorge ein kleines Geschenk für das Geschwisterkind, das du ihm beim ersten Besuch im Krankenhaus im Namen von eurem Baby gibst.

Die Betreuung des Geschwisterkindes während der Geburt


Die Betreuung hat spontanen Charakter


Mit Ausnahme eines geplanten Kaiserschnitts lassen sich Termin und Dauer der Geburt und damit auch die Betreuung des Geschwisterkinds nicht planen. Die Wehen können genauso tagsüber, inmitten der Arbeitswoche, einsetzen - wie auch mitten in der Nacht. Die mit der Betreuung beauftragte Person sollte deshalb ausnahmslos zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar sein. Flexibilität, Erreichbarkeit und Verlässlichkeit sind hierbei das A und O.



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Es kann auch ein Wechsel in der Betreuung eingeplant werden, für den Fall dass es länger dauern sollte. Tagsüber können z.B. die Großeltern die Betreuung übernehmen und abends die Schwester oder beste Freundin. Die Übergabe sollte vorab besprochen werden und die Telefonnummern sollten untereinander ausgetauscht werden.


Betreuung in einem vertrauten Umfeld


Ganz egal, ob die Betreuung zuhause, bei Verwandten oder Freunden stattfinden soll: Am Wichstigsten ist, dass sich dein Kind wohl fühlt. Wenn Kinder bereits verstehen, dass ein Geschwisterchen zur Welt kommt, ist die Situation ohnehin schon aufregend genug. Die Betreuung sollte deshalb am Besten durch eine enge Bezugsperson oder zumindest durch eine nahestehende und gut vertraute Person, in einem vertrauten Umfeld erfolgen.

Checkliste für Geschwister
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Wie bereite ich mein Kind auf ein Geschwisterchen vor?

Zwar ist beim 2. oder 3. Kind nicht mehr alles ganz neu und man hat nun eine Idee, was "Kinder kriegen" bedeutet. Doch eines hat sich nicht verändert: So viel man sich in Gedanken ausmalen mag - so anders ist die Realität.


Crash-Kurs "Alltag"


Fest steht eines: Die Familie entwickelt sich auf ein Neues weiter, lernt sich neu kennen und wächst an den Herausforderungen. Mit der Zeit findet jeder seine Rolle innerhalb der Familie. Nahezu jeder, der diese Erfahrung bereits machen durfte, wird bestätigen können, dass der beste Crash-Kurs für das Eltern-Sein schlicht und einfach der Alltag ist! Die Elternrolle ist eine Rolle, die man nur begrenzt in der Theorie erlernen kann. Man wächst mit der Zeit hinein. Ebenso brauchen Geschwister ihre Zeit um in die Rolle eines großen Bruders oder einer großen Schwester hinein zu wachsen.


Kinderbuch
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Gefühle zulassen und ihnen begegnen


Wie ist es eigentlich um Gefühle bestellt? Das Erstgeborene ist nun nicht mehr die unbestrittene Nummer eins. Da spielen nicht selten Eifersucht und Verlustängste eine Rolle. Viele dieser Ängste drehen sich um den Verlust der ungeteilten Aufmerksamkeit von Papa und Mama. Je geringer der Altersabstand zwischen Geschwistern ist, umso schwieriger ist es für die Erstgeborenen, damit umzugehen. Psychologen sprechen vom "Entthronungstrauma".

Man muss an dieser Stelle nicht zurück zu Kain und Abel, um nachzuvollziehen, dass Konkurrenzgefühle bis zu einem gewissen Rahmen einfach nur menschlich und ganz normal unter Geschwistern sind. Diese Gefühle dürfen existieren und es wäre falsch sie zu unterdrücken. Wichtig ist, wie wir ihnen begegnen und wie wir sie in ein positives Gefühl umwandeln können.


Aktives Miteinbeziehen


Ein Weg dazu ist es, das ältere Geschwisterkind von Anfang an aktiv mit einzubeziehen. Das kann auf zwanglose und pragmatische Weise erfolgen, auch schon vor der Geburt. Ältere Geschwister können beispielsweise bei Vorbereitungen wie dem Einrichten des Babyzimmers helfen. Ist das Baby da, können die Großen - je nach Alter - bei der Körperpflege, beim Füttern oder anderen Abläufen mithelfen. Aktives Mitmachen und Kümmern fördert nicht nur das Selbstvertrauen der Kinder, sondern es entwickelt sich ein Gefühl der Fürsorge.

Bereits für Kleinkinder ab ca. 24 Monate gibt es außerdem tolle Erklärbücher, in denen altersgerecht vermittelt wird, wie es ist, ein Geschwisterchen zu bekommen. Über Bilder und Geschichten lassen sich viele Botschaften einfacher vermitteln und die Kinder können das Thema "Geschwisterchen" zunächst ganz unbefangen aus der Beobachter-Perspektive erfahren.

Windelprinz' Lieblingsbücher für angehende Geschwister:

Bücher-Tipps

  • Hallo Baby, wann kommst du?*, Lydia Hauenschild, Heike Herold (2-4 Jahre)
    "Steckt in Mamas Bauch etwa ein Ball?" Altersgerecht wird in diesem liebevoll illustrierten Bilderbuch für "große" Geschwister vermittelt, warum Mamas Bauch immer runder wird und wie ist es, wenn das Baby kommt. Die kurzen und relativ einfachen Vorlesetexte beschreiben typische Situationen auf leichte und humorvolle Art. Für die empfohlene Altersgruppe ein sehr harmonisches und herziges Buch. Wir würden für 2-3-Jährige empfehlen.

  • Ein Baby in Mamas Bauch*, Anna Herzog, Joëlle Tourlonias (ab 4 Jahre)
    "Wie ist das Baby in Mamas Bauch gekommen? Und fällt dem Baby dort das Essen auf den Kopf, wenn Mama isst?" In diesem Buch, das gemeinsam mit Ärzten entwickelt wurde, werden typische Kinderfragen zu einer Schwangerschaft mit detailierten Sachtexten und Bildern beantwortet. Da auch die Empfängnis sehr konkret beschrieben wird, kann man hier von einem Aufklärungsbuch sprechen. Auf die Illustration und nähere Beschreibung einer Geburt wurde noch verzichtet. Wir würden das Buch eher ab 5 Jahren empfehlen.



Exklusive Aufmerksamkeit


Neugeborene Babys sind hilflos und schutzbedürftig. Sie bekommen von Haus aus viel Aufmerksamkeit. Gerade in der ersten Zeit sollte deshalb auch ein Augenmerk darauf gerichtet werden, dem älteren Kind "exklusive Aufmerksamkeit" zukommen zu lassen. Zum Beispiel über eine regelmäßige gemeinsame Spielstunde, wenn das Baby gerade schläft. Das Thema "Aufmerksamkeit" schließt übrigens auch Situationen ein, in denen Angehörige dem Baby Geschenke machen. Es sollte dann auch immer eine Kleinigkeit für das ältere Geschwisterkind dabei sein.


Exklusive Kuscheleinheiten


Ein besonderer Punkt ist auch der Körperkontakt. Durch Bonding, Tragen und Stillen erhält das Neugeborene in den ersten Lebenswochen sehr viel Körperkontakt, speziell zur Mutter. Das bekommen Geschwisterkinder unweigerlich mit. Deshalb sollte es auch "exklusive Kuscheleinheiten" für das Geschwisterkind geben. Häufig wird während dieser Zeit auch die Bindung zum Vater verstärkt, da dieser sich nun mehr um das Erstgeborene kümmert, während die Mutter sich um das Baby kümmern muss. Daraus ergibt sich eine perfekte Gelegenheit zur Intensivierung der Vater-Kind-Bindung.


Checkliste für Geschwister
 © nataliaderiabina - stock.adobe.com


Lese-Tipps zum Thema:


Im Artikel ▶ Wenn Kinder ein Geschwisterchen bekommen (Baby und Famile) erhalten Eltern Rat, wie man man dem Erstgeborenen erklärt, dass ein Geschwisterchen kommt und dabei Eifersucht vorbeugt.

Auch der folgende Artikel ▶ Wenn das zweite Kind kommt (Eltern.de) erklärt, wie Eltern ihr Kind auf den baldigen Familienzuwachs vorbereiten können und welche typischen Fragen die Kinder beschäftigen, wenn Mama schwanger ist.

Sehr persönlich und deshalb auch besonders empfehlenswert ist der Blog Beitrag von Kleinkindpädagogin und Bloggerin Susanne Mierau: ▶ Geburtsvorbereitung für Geschwisterkinder (Geborgen Wachsen). Sie widmet sich dem Thema, wie Eltern größere und kleinere Geschwisterkinder altersgerecht auf den Familienzuwachs vorbereiten können.



Mehr Infos:


▶ Checkliste für deine Kliniktasche - Kreißsaal & Wochenbett-Station

▶ 8 Dinge, die du NICHT bei der Geburt brauchst

▶ Wunderwaffe? Dieses kleine, blaue Ding sollte in keiner Kliniktasche fehlen

▶ Checkliste für Papa's Kliniktasche: Was braucht Mann im Krankenhaus?


Weitere Artikel zum Thema Geburt:


▶ Geburtsvorbereitung: Kleine Helfer in den letzten Schwangerschaftswochen

▶ Tipps für das Wochenbett und die ersten Tage zuhause mit dem Baby

▶ Elterngeld, Kindergeld & Co.: Die wichtigsten Anträge & Formalitäten

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