Was dich im Wochenbett erwartet


Von Windelprinz Redaktion -

Wochenbett (lat. puerperium)
 © LoloStock / stock.adobe.com - Das Wochenbett dauert 6 bis 8 Wochen

"Ein Kind ist eine sichtbar gewordene Liebe."
Novalis


Die ersten acht Wochen nach der Entbindung gelten als sogenanntes "Wochenbett" und dienen dazu, dass Mutter und Kind sich von der Geburt erholen können, aber auch damit wichtige Prozesse und Abläufe wie das Stillen sich einspielen können.

In diesem Artikel erfährst du mehr über die Bedeutung des Wochenbetts und über Themen, wie Wochenfluss oder Rektusdiastase. Lies außerdem, wie du dich optimal auf das Wochenbett vorbereiten kannst und was du für die Rückbildung tun kannst.


Wochenbett - Was bedeutet das genau?

Das Wochenbett (lat. puerperium) beschreibt die ersten 6-8 Wochen nach der Entbindung, inklusive der Rückbildung. Die Zeit soll dazu dienen, dass die Mutter (Wöchnerin) sich von Schwangerschaft und Geburt erholen und der Körper sich hormonell umstellen kann. Die Wunde, die durch die Ablösung der Plazenta an der Gebärmutter entsteht, kann im Wochenbett heilen. Ebenso müssen die Geburtsverletzungen heilen, die beispielsweise durch einen Dammriss, Dammschnitt oder durch einen Kaiserschnitt entstanden sind.

Nach der Geburt nimmt die Konzentration der Schwangerschaftshormone Östrogen, Progesteron und humanes Choriongonadotropin (Abk. hCG) rapide ab. Stattdessen werden nun Hormone wie Prolaktin und Oxytocin ausgeschüttet, die insbesondere die Milchbildung anregen sollen. Diese drastischen Veränderungen deines Hormonspiegel, können zu erheblichen Stimmungsschwankungen, Schweißausbrüchen o. ä. führen. Vielleicht kennst du das schon aus der Frühschwangerschaft?

Manche Frauen erleben im Wochenbett einen "Baby Blues", der umgangssprachlich auch als die sogenannten "Heultage" bezeichnet wird. Das ist vollkommen normal und vergeht nach ein paar Tagen wieder. Wenn sich die Stimmung nach einigen Wochen jedoch nicht bessert, solltest du den Rat deiner Hebamme oder Frauenärztin suchen. Möglicherweise handelt es sich um eine ernstzunehmende Wochenbettdepression. Diese klingt im Gegensatz zum harmlosen Baby Blues nicht von alleine wieder ab und ist daher behandlungsbedürftig.


Wochenbett und Wochenfluss

Im Anschluss an die Geburt des Babys löst sich die Plazenta von der Gebärmutter ab. Dieser wichtige Prozess, der auch als Nachgeburt bekannt ist, zählt noch zu den Phasen der Geburt. Von einer "vollständigen Geburt" spricht man also erst dann, wenn auch die Plazenta geboren wurde. Durch ihre Ablösung entsteht an der Gebärmutter eine Wundfläche, die während der Zeit des Wochenbetts verheilt. Der Heilungsprozess kann 6 bis 8 Wochen andauern.

Während der Heilung sondert der Körper ein Wundsekret ab, mithilfe dessen überflüssige Gewebereste aus der Gebärmutter ausgeschieden werden. Das Sekret wird Wochenfluss oder auch Lochien genannt und etwa 2 bis 6 Wochen lang ausgeschieden. Während dieser Zeit verändert es sich von anfangs dunkelrot über hellrot, bis hin zu gelblich.

Wochenbettvorlagen
Tipp / Produktempfehlung

Um den Wochenfluss aufzunehmen, gibt es spezielle Wochenbett-Vorlagen. Normale Binden reichen anfangs gewöhnlich nicht aus. Auch auf Tampons oder Menstruationstassen sollte komplett verzichtet werden, da der Wochenfluss zu jeder Zeit ungehindert ablaufen soll. Endet der Wochenfluss abrupt oder wird er nach einiger Zeit plötzlich wieder sehr stark, so kann dies auf Komplikationen hindeuten und du solltest mit der Nachsorge-Hebamme oder dem Frauenarzt darüber sprechen.


Wochenfluss-Ratgeber
 © blankita_ua / Pixabay - Mehr Informationen zum Wochenfluss

Unser Wochenfluss-Ratgeber


Alle wichtigen Details zum Wochenfluss, seinem typischen Verlauf und möglichen Problemen erfährst du in unserem gesonderten Ratgeber Wochenfluss - Dauer, Verlauf und mögliche Komplikationen


Bauchspalte und Beckenboden nach der Geburt

Während des Wochenbetts solltest du möglichst viel Zeit im Liegen verbringen. Natürlich nicht 6 Wochen am Stück, aber zumindest die ersten beiden Wochen sollten es schon sein. Das ist nicht zuletzt für deine Bauchmuskulatur und deinen Beckenboden wichtig, der in der Zeit nach der Geburt geschont werden muss.

Nach der Geburt kann es mehrere Wochen oder unter Umständen sogar Monate dauern, bis sich die geraden Bauchmuskeln, die durch die Schwangerschaft stark gedehnt wurden, wieder schließen. Der entstandene und verbleibende Zwischenraum, der je nach Frau unterschiedlich breit ist, nennt sich Rektusdiastase. Sie lässt sich mithilfe deiner Hebamme leicht ertasten. Solange sie noch sehr ausgeprägt ist, solltest du immer darauf achten, über die Seite aufzustehen. Auch schweres Heben sollte vermieden werden.

Der Haushalt und vergleichbare Pflichten sollten während des Wochenbetts keine Priorität haben. Hier kann dir vielleicht der Partner etwas unter die Arme greifen. Und auch der Besuch sollte sich in Grenzen halten. Diese Zeit dient nur dir und deinem Baby.


Rektusdiastase-Ratgeber
 © Contato1034 / Pixabay - Mehr Informationen zur Rektusdiastase

Alles zur Rektusdiastase


Wie du eine Rektusdiastase erkennen und ertasten kannst erfährst du in unserem gesonderten Ratgeber Rektusdiastase nach der Schwangerschaft



Anschaffungen für das Wochenbett

Damit die ersten Tage zu Hause mit dem Baby nicht in einen Einkaufsmarathon ausarten, findest du hier ein paar nützliche Tipps für Anschaffungen, die du bereits vor der Geburt deines Kindes für die Zeit des Wochenbetts erledigen kannst. Im besten Fall solltest du den Begriff "Wochenbett" nämlich so wörtlich wie nur möglich nehmen und sehr viel Zeit in Ruhe und im Liegen verbringen.

Für die Mama:


  1. Wochenbett-Vorlagen*, z. B. von Hartmann
  2. Still-BHs
  3. Stilleinlagen*, z. B. von Lansinoh
  4. Stilltee*, z. B. von Weleda
  5. Wollwachs*, auch Lanolin genannt, gegen wunde Brustwarzen vom Stillen, z. B. von Lansinoh
  6. Multi-Mam Kompressen*, alternativ oder ergänzend zum Wollwachs. Nicht ganz preiswert, aber ein absolutes Top-Produkt bei wunden Brustwarzen.
  7. Multi-Gyn Kompressen* helfen bei Geburtsverletzungen, wie Scheiden- und Dammrissen. Am besten im Kühlschrank lagern und gekühlt verwenden. Alternativ eignen sich auch Arnika-Kompressen*, sowie Sitzbäder mit Eichenrinden Extrakt* oder Tannolact*. Zum Mitnehmen ins Krankenhaus empfehlen wir das Motherlove Regenerationsspray.
  8. Leinsamen oder Indische Flohsamen*, um die Verdauung nach der Entbindung wieder anzukurbeln
Anschaffungen für das Wochenbett
 © pololia / stock.adobe.com - Das Wochenbett sollte wörtlich genommen werden

Für das Baby:


  1. Babykleidung, meist passt Größe 50/56
  2. Babyschlafsack
  3. Pucktuch oder Pucksack*
  4. Jede Menge Spucktücher
  5. Windeln, meist passt Größe 1
  6. Wickelunterlagen
  7. Einmal-Waschlappen - sie sind für den Dauergebrauch besser als Feuchttücher. Wobei meist nichts dagegen spricht, Feuchttücher für unterwegs zu verwenden.
  8. Baby-Creme, z. B. Weleda Calendula*
  9. Trinkflasche mit passendem Sauger für Muttermilch/Säuglingsmilch, z. B. Lansinoh Natural Wave* (auch wenn du stillst, ist es ratsam wenigstens eine vorrätig zu haben, falls man doch mal abpumpen oder zufüttern muss)

Unser Tipp zur Erstausstattung:


Werft auch mal einen Blick in die Checkliste zur Erstausstattung* von Babymarkt. Diese Checkliste ist sehr übersichtlich und beschränkt sich auf wenige, aber sinnvolle Anschaffungen. Vermutlich benötigt ihr jedoch nicht alle Dinge gleich ab der Geburt.


Vorkochen für das Wochenbett

Viele werdende Mamas kochen für das Wochenbett vor. Das ist ein Aufwand, der sich in jedem Fall lohnt. Besonders gut eignen sich dafür Gerichte, die man mit dem gleichem Zeitaufwand auch in einer etwas größeren Menge zubereiten kann und die sich gut einfrieren lassen.

Vorkochen für das Wochenbett
 © Monfocus / Pixabay - Stillkugeln (#noBake)

Hier ein paar Vorkoch-Inspirationen:

  • Hühnerkraftbrühe oder Gemüsebrühe
  • Gemüsecremesuppen und Eintöpfe
  • Aufläufe (z. B. Mousaka, Lasagne)
  • Kartoffel- und Gemüse-Gratins
  • Pastasoßen (z. B. Bolognese)
  • One-Pot-Gerichte (z. B. Couscous-Pfanne)
  • Fleischbällchen und Frikadellen
  • Selbstgemachte Dinkelpizza mit Gemüse
  • Stillkugeln (#noBake)

Suchst du noch mehr Inspirationen zum Vorkochen fürs Wochenbett? Dann schaut mal auf dem Mama-Food-Blog "Essen für Zwei" von Ernährungsberaterin Natalie vorbei oder lest euch den folgenden Artikel von Keleya durch: Kuscheln statt Kochen - 5 Tipps für eine entspannte und gesunde Ernährung im Wochenbett. Dort findet ihr ein leckeres Rezept für Miso-Suppe zum Vorkochen.


Rückbildung im Wochenbett und danach

Bewegung ist nach der Geburt wichtig und du solltest einige Übungen kennen, die man schon im Wochenbett machen darf. Lass dir am besten ein paar geeignete Übungen von deiner Hebamme zeigen. Auf keinen Fall sollte man jedoch einfach ohne Anleitung loslegen und irgendwelche Übungen machen. Denn wenn du zu früh oder mit den falschen Übungen beginnst, kann sich das Problem einer Rektusdiastase ggf. verschlimmern. Übungen wie gerade Sit-ups oder Bauchpressen (engl. Crunches) scheiden definitiv erst einmal aus.

Nach dem Wochenbett sollte dann auch mit einer gezielten Rückbildungsgymnastik begonnen werden, insbesondere um einer Rektusdiastase entgegenzuwirken und zur Stärkung des Beckenbodens, der durch die Schwangerschaft und Geburt stark beansprucht wurde. Am besten meldest du dich schon frühzeitig für einen Rückbildungskurs in deiner Nähe an.

Mit dem Rückbildungskurs können die meisten Frauen im Anschluss an das Wochenbett, ungefähr 6 bis 8 Wochen nach der Entbindung starten. Bei einem Kaiserschnitt kann es etwas später sein. Der richtige Zeitpunkt sollte in diesem Fall mit dem Arzt oder der Hebamme besprochen werden.

Wichtig: Die Kosten für einen Rückbildungskurs werden von den Krankenkassen in der Regel für bis zu 10 Stunden übernommen. Du solltest den Kurs dazu innerhalb von 9 Monaten nach der Geburt abschließen.


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