Elterngeld-Antrag
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"Glück kann man nicht kaufen. Es wird geboren."
Sprichwort

Wichtige Anträge im Überblick:
Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Kindergeld

Erstellt: 04/2017 - Aktualisiert: 07/2017

Leider wird das Baby-Glück auch immer von einer Portion Bürokratie begleitet...
Wenn man sich jedoch erst mal einen Überblick verschafft hat, ist das alles halb so wild.

Hier findest Du einen Überblick über wichtige Anträge, wie Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Krankenversicherung, Kindergeld und Kinderzuschlag. In verständlichen Worten wird beschrieben, worum es geht. Du erfährst auch gleich, wann der richtige Zeitpunkt für die verschiedenen Anträge ist und wo es weitere Informationen dazu gibt.









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Details zu den wichtigen Formalitäten

Mutterschaftsgeld beantragen


Wann beantragen: Ab der 33. SSW
Wo beantragen: Bei der Krankenkasse

Details: Während der Schutzfristen vor und nach der Geburt wird von den gesetzlichen Krankenkassen das Mutterschaftsgeld ausbezahlt. Voraussetzung dafür ist, dass die Schwangere gesetzlich pflichtversichert (oder freiwillig gesetzlich versichert) ist, in einem angestellten Beschäftigungsverhältnis steht oder arbeitslos gemeldet ist und Arbeitslosengeld erhält. Außerdem muss das Nettoeinkommen während der letzten 3 Monaten vor Beginn des Mutterschutzes mindestens 390,- Euro betragen haben. Bei einem monatlichen Nettolohn von über 390,- Euro kommt zum Mutterschaftsgeld dann auch noch ein Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld hinzu, den der Arbeitgeber leisten muss, um die Differenz auszugleichen.

Ausgezahlt wird das Mutterschaftsgeld im Normalfall von 6 Wochen vor, bis 8 Wochen nach der Geburt. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten sogar von 6 Wochen vor, bis 12 Wochen nach der Geburt. Beantragen musst Du das Mutterschaftsgeld vor Beginn der Schutzfrist bei Deiner zuständigen Krankenkasse. Dazu benötigst Du eine Bescheinigung vom Frauenarzt mit dem voraussichtlichem Entbindungstermin ("Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung"). Diese Bescheinigung wird ab der 33. Schwangerschaftswoche ausgestellt, daher ist der Antrag frühestens 7 Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin möglich.

Familen- oder privat versicherte Frauen, die keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld von der gesetzlichen Krankenkasse haben, können unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Unterstützung durch das Bundesversicherungsamt beantragen. Dieses gewährt ein einmaliges Mutterschaftsgeld bis zu einer Höhe von bis zu 210,- Euro.

Umfassende Informationen zum Mutterschaftsgeld gibt es hier:
▶ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) - Mutterschaft: Finanzielle Leistungen


Krankenversicherung in Mutterschutz und Elternzeit


Wann beantragen: Vor Beginn des Mutterschutzes
Wo beantragen: Bei der Krankenkasse

Setze Dich rechtzeitig mit Deiner Krankenkasse in Verbindung um zu klären, wie Du während des Mutterschutzes und in der Elternzeit versichert bist. Gesetzlich Pflichtversicherte bleiben während der Elternzeit i.d.R. beitragsfrei versichert. Auch freiwillig gesetzlich Versicherte sind unter bestimmten Voraussetzungen vom Beitrag befreit. In der privaten Krankenversicherung (PKV) kann es dagegen ganz anders aussehen, denn dort müssen die Prämien i.d.R. weiter gezahlt werden, sofern der Versicherer im jeweiligen Tarif keine beitragsfreie Zeit oder spezielle Zuschüsse anbietet.

Mehr dazu in folgendem Artikel:
"Krankenversicherung in der Elternzeit" Quelle: Finanztip


Krankenversicherung für das Kind


Wann beantragen: Baldmöglichst nach der Geburt
Wo beantragen: Bei der Krankenkasse von Vater oder Mutter (siehe Details)

Details: Auch wenn dies formell erst ab der Geburt erledigt werden kann, so kannst Du diesen Punkt bereits vor der Geburt mit Deiner Krankenkasse besprechen und dort alle nötigen Informationen einholen. Wenn beide Elternteile gesetzlich versichert sind, wird das Kind in der Regel einfach bei einem der beiden Elternteile mitversichert (familienversichert). Dazu benötigt die Krankenkasse neben den Anmeldeunterlagen auch eine Geburtsurkunde. Ist ein Elternteil privat versichert und der andere gesetzlich, so ist es von den Einkommensverhältnissen der Eltern abhängig, ob das Kind familienversichert werden kann.

Details dazu in folgendem Artikel:
▶ "Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse" Quelle: Finanztip
▶ "Wie kann ich mein Kind krankenversichern?" Quelle: PKV - Verband der privaten Krankenversicherungen e.V.


Elternzeit beantragen


Wann beantragen: Spätestens 7 Wochen vor Beginn der Elternzeit
Wo beantragen: Bei Deinem Arbeitgeber

Details: Ab der Geburt ihres Kindes können berufstätige Eltern jeweils bis zu 3 Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen. Auch wenn darauf ein gesetzlicher Anspruch besteht, muss der Arbeitgeber spätestens 7 Wochen vor Begin der Elternzeit informiert werden. Dies geschieht in schriftlicher Form (ein formloses Schreiben genügt), wobei im Schreiben festgehalten werden muss, wann die Elternzeit beginnt, wann sie enden soll und ggf. auch, in welche Abschnitte sie unterteilt sein soll. Es muss dabei verbindlich erklärt werden, für welche Zeiträume innerhalb der ersten 2 Lebensjahre Elternzeit in Anspruch genommen wird. Außerdem muss erklärt werden, ob während der Elternzeit beabsichtigt wird, in Teilzeit zu arbeiten. Aufgrund der Verbindlichkeit sollte dies vorab gut geplant werden.
Bei Geburten vor dem 1. Juli 2015 darf die Elternzeit in 2 Abschnitten je Elternteil genommen werden. Ein Abschnitt von bis zu 12 Monaten darf davon auch auf den Zeitraum zwischen dem 3. und 8. Geburtstag des Kindes verlagert werden. Bei Geburten ab dem 1. Juli 2015 darf die Elternzeit je Elternteil in bis zu 3 Abschnitte unterteilt werden. Dabei darf ein Abschnitt von bis zu 24 Monaten auf den Zeitraum zwischen dem 3. und 8. Geburtstag des Kindes verlagert werden. Handelt es sich um den 3. Abschnitt, der zwischen dem 3. und 8. Geburtstag des Kindes genommen werden soll, so ist zu berücksichtigen, dass der Arbeitgeber diesen im Fall von dringenden betrieblichen Gründen ablehnen kann!
Während der Elternzeit besteht Kündigungsschutz.

Umfassende Informationen zum Thema Elternzeit gibt es hier:
▶ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) - Elternzeit


Elterngeld beantragen


Wann beantragen: Innerhalb der ersten 3 Monate nach der Geburt
Wo beantragen: Bei der zuständigen Elterngeldstelle (siehe Details)

Details: Elterngeld ist eine finanzielle Leistung vom Staat und ist somit klar abzugrenzen von der Elternzeit, die nur für Eltern in einem Arbeitsverhältnis relevant ist. Eltern können ab der Geburt bis zu 14 Monate Basiselterngeld erhalten. Das wiederum ist ganz unabhängig davon, ob die Elternzeit darüber hinaus andauert. Die Höhe des monatlich gezahlten Elterngeldes hängt vom durchschnittlichen monatlichen Nettogehalt (dem sog. "Elterngeldnetto") im Bemessungszeitraum ab. Bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage werden jedoch nicht alle Einkünfte berücksichtigt. Dazu zählen u.a. folgende Einmalzahlungen:

  • Weihnachts - und Urlaubsgeld
  • 13. Monatsgehalt
  • Erfolgsbeteiligung
  • Sonderzahlungen
  • Abfindungen

Der derzeitige Mindest- oder Sockelbetrag beträgt 300,- Euro, während das -aufgrund der Kappungsgrenze- maximal ausbezahlte Elterngeld 1.800,- Euro beträgt.

Alternativ zum Basiselterngeld besteht die Möglichkeit ElterngeldPlus zu beziehen, das über einen längeren Zeitraum hinweg ausbezahlt wird.
Wichtig ist es außerdem, zu berücksichtigen, dass die Zahlungen vom Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss auf das Elterngeld angerechnet werden! Elterngeld ist innerhalb von 3 Monaten ab der Geburt bei der zuständigen Elterngeldstelle zu beantragen, denn es wird nur bis zu 3 Monate rückwirkend bezahlt.

Die zuständige Elterngeldstelle kann hier ermittelt werden. Neben der Geburtsurkunde müssen dem Antrag unterschiedlichste Nachweise beigefügt werden, die teilweise auch der Arbeitgeber ausstellen muss. Der Elterngeldantrag ist von allen Formalien rund um die Geburt eine der umfangreichsten. Es lohnt sich deshalb, den Antrag bereits vor der Geburt, so weit dies eben möglich ist, vorzubereiten.

Im folgenden Video, das vom BMFSFJ auf Youtube bereitgestellt wurde, ist die Funktionsweise von ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus in verständlicher Weise erklärt:
https://youtu.be/dCQNmLkIJTo

Mehr Informationen zum Elterngeld gibt es hier:
▶ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) - Elterngeld

Auf den Internet-Seiten des BMFSFJ findest Du auch einen Elterngeldrechner, mit dem das voraussichtlich zu erwartende Elterngeld vorab berechnet werden kann. Damit lässt es sich etwas einfacher planen, wie die finanzielle Lage während der Elternzeit aussieht.


Kindergeld beantragen


Wann beantragen: Spätestens bis zum 4. Lebensjahr des Kindes
Wo beantragen: Bei der örtlich zuständigen Familienkasse

Details: Das Kindergeld wird einkommensunabhängig für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr ausbezahlt. Für Kinder in Ausbildung gibt es sogar bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld, für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr. Das Kindergeld ist ab dem 3. Kind gestaffelt: für das 1. und 2. Kind gibt es monatlich jeweils 192,- Euro, für das 3. Kind 198,- Euro und für jedes weitere Kind 223,- Euro. (Stand: 01. Januar 2017)
Beantragt wird das Kindergeld ab der Geburt bei der örtlich zuständigen Familienkasse. Dies geschieht per Post oder per Fax. Der Kindergeld-Antrag kann online bei der Arbeitsagentur heruntergeladen werden. Dem Antrag muss neben einer Geburtsurkunde auch die steuerliche Identifikationsnummer des Kindes beigefügt werden. Diese Nummer wird i.d.R. innerhalb einiger Wochen nach der Anmeldung des Kindes bei der Meldebehörde vom zuständigen Finanzamt verschickt. Daher ist es gut zu wissen, dass das Kindergeld auch rückwirkend gewährt wird (sogar bis zu 4 Jahre).

Weitere Informationen zum Kindergeld gibt es hier:
▶ Arbeitsagentur - Famile und Kinder
→ "Kindergeld beantragen", sowie
→ "Infos rund um Kindergeld und Kinderzuschlag"
▶ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) - Kindergeld


Kinderzuschlag beantragen


Wann beantragen: Sobald das Kindergeld beantragt wurde
Wo beantragen: Bei der örtlich zuständigen Familienkasse

Details: Der Kinderzuschlag ist abhängig vom Einkommen der Eltern und wird ausbezahlt, wenn Eltern mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf, nicht aber den ihrer Kinder decken können. Somit soll verhindert werden, dass Arbeitslosengeld II bezogen werden muss.
Der Kinderzuschlag beträgt maximal 170,- Euro pro Monat je Kind und um ihn zu erhalten muss eine Mindesteinkommensgrenze von 900,- Euro bei Paaren bzw. 600,- Euro bei Alleinerziehenden gegeben sein. Der Kinderzuschlag muss, wie auch das Kindergeld, bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden. Der Antrag auf den Kinderzuschlag kann auch online bei der Arbeitsagentur heruntergeladen werden.
Um den Kinderzuschlag erhalten zu können, muss zunächst Kindergeld bezogen werden.

Detaillierte Informationen zum Kinderzuschlag gibt es hier:
▶ Arbeitsagentur - Famile und Kinder
→ "Kinderzuschlag beantragen", sowie
→ "Infos rund um Kindergeld und Kinderzuschlag"
▶ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) - Familienleistungen


▶ Mehr Infos (Buchtipp):


Ein kompakter und dennoch fundierter Ratgeber, der werdenden Eltern in verständlicher Sprache durch die Bürokratie helfen kann, ist das Buch "Babypedia"* von Anne Nina Simoens und Anja Pallasch.


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▶ Weiterführende Links:


Bloggerin Ina aus Wien hat in ihren Blog Mamawirtschaft.at einen Artikel für berufstätige Schwangere verfasst. In ihrem Blog möchte sie anderen Mamas Mut machen, Kind und Karriere vereinbaren zu können. Das Thema finden auch wir sehr wichtig und freuen uns auf weitere Artikel von Ina:


Werdende Mamas aus Deutschland können sich seit dem 30.03.2017 über die verabschiedete Neuregelung des gesetzlichen Mutterschutzes freuen, von der mehr Frauen profitieren, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Mehr dazu in der Bundestagsrede von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, veröffentlicht in der Mediathek des BMFSFJ:


Hier gibt es die offizielle Info-Broschüre des BMFSFJ zum Download:


In der 7. Ausgabe des Magazins "Erfolgsfaktor Familie" wird das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" aufgegriffen:


Alles rund um den gesetzlichen Mutterschutz in Deutschland, finanzielle Absicherung, Krankenkassenleistungen, Schutz für Mutter und Kind am Arbeitsplatz, findest Du hier:
Familien-Wegweiser (BMFSFJ)


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