Schwanger in Zeiten von Corona: Fragen & Antworten


Von Windelprinz Redaktion -

Schwanger in Zeiten von Corona
 © Thor_Deichmann / Pixabay - COVID19: Was müssen Schwangere in dieser Zeit beachten?

Die Corona-Pandemie ist eine außergewöhnliche und schwere Zeit für viele von uns. Auch eine Schwangerschaft und Geburt während der Corona Krise wirft viele Fragen auf. Viele werdende Mütter haben Bedenken, fürchten sich vor einer möglichen Infektion. Die Sorgen sind berechtigt, aber zum Glück meist unbegründet. Mit sinnvollen Maßnahmen kann das Risiko minimiert werden.

Das Coronavirus hat nicht nur Deutschland im Griff. Die Infektionskrankheit ist ein weltweites Problem, schürt Ängste und Sorgen. Zum Zeitpunkt dieses Artikels (Stand: Januar 2021) steigen die Infektionszahlen trotz Lockdown noch immer stetig an und zuletzt zeigten Mutationen, wie schnell sich das Virus weiterentwickelt.

Die Impfungen nehmen langsam an Fahrt auf. Ein besonderes Augenmerk wird nach wie vor insbesondere auf Risikogruppen, wie alte oder vorerkrankte Menschen, gelegt. Doch was ist mit Schwangeren? Sie sorgen sich nicht nur um ihr eigenes Leben, sondern insbesondere um das des Kindes.



Wie gefährdet sind Schwangere während der Corona Krise?

Aktuell brauchst du keine großen Befürchtungen haben. International gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Schwangere durch SARS-CoV-2 gefährdeter sind als der Rest der gesunden Bevölkerung. Berichten zufolge treten Infektionen überwiegend im letzten Drittel der Schwangerschaft auf. Die meisten werdenden Mütter haben jedoch nur leichte bis mittelschwere Symptome. Die Infektion gleicht in diesem Fall einer Erkältung oder einer Grippe. Symptome können unter anderem Husten und Fieber sein.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Sofern Schwangere bereits über 35 Jahre alt sind, an einer Bluthochdruckerkrankung, an Übergewicht leiden oder bereits vor der Schwangerschaft an Diabetes erkrankt waren, besteht ein erhöhtes Risiko für einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf. Allerdings sei auch zu erwähnen, dass durch das Coronavirus kein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko bei Schwangeren vorliegt.


Wirkt sich eine Coronavirus-Infektion auf das ungeborene Kind aus?

Bekannt ist, dass sich verschiedene Infektionskrankheiten unter der Schwangerschaft unmittelbar auf das Kind auswirken und das Risiko für Fehlbildungen, Erkrankungen oder Fehlgeburten signifikant erhöhen. In Bezug auf das Coronavirus ist bislang nicht ausreichend Wissen vorhanden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es jedoch keinerlei Hinweise auf ein erhöhtes Fehlgeburtenrisiko. Darüber hinaus gilt eine Übertragung des Virus auf das ungeborene Kind derzeit als unwahrscheinlich.

In diesem Kontext ist auch ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen beim Kind nicht anzunehmen. Wohl aber kann eine akute COVID-19-Erkrankung während der Schwangerschaft dazu führen, dass die Plazenta nicht ausreichend versorgt wird. Infolgedessen sind Wachstumseinschränkungen beim Kind denkbar.

Bei Erkrankung mit Corona während der Schwangerschaft empfehlen Ärzte regelmäßige, mindestens 2- bis 4-wöchentliche Kontrolluntersuchungen. Auch wird eine sonographische Feindiagnostik empfohlen. Berichten zufolge gibt es ein erhöhtes Frühgeburtenrisiko unter COVID-19-Erkrankten. Jedoch betrifft dies überwiegend eingeleitete Frühgeburten. Die Rate spontaner Frühgeburten hat sich bis jetzt nicht erhöht.


Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko während und nach der Geburt?

Das derzeit weltweit wütende Coronavirus ist in seiner Art noch recht neu. Sämtliche Hinweise in Bezug auf infizierte Schwangere oder Frauen, die gerade entbunden haben, sind deshalb noch sehr begrenzt. Aktuell wird jedoch nicht davon ausgegangen, dass das Virus direkt an das Neugeborene weitergegeben wird. Die geringe Datenbasis erschwert hier eindeutige Aussagen. Entsprechend der Datenlage waren betroffene Babys in 20 Fällen nicht infiziert. Diese Daten beruhen alle auf Virusinfektionen, die im letzten Schwangerschaftsdrittel erfolgten.

Sofern du während der Geburt an Corona erkrankt bist, findet unmittelbar nach der Geburt ein Corona-Test bei deinem Kind statt.


Wie können Schwangere eine Corona Infektion verhindern?

Während der Schwangerschaft gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus möglichst zu vermeiden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang das regelmäßige und effektive Waschen der Hände, Generell solltest du dem Kontakt zu Personen entgehen, die allgemeine Symptome einer Erkältung oder sogar Fieber haben. Achte zudem auf die Bestimmungen zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Für einen effektiven Schutz empfehlen sich FFP2 oder FFP3 Masken, die du nicht nur in Supermärkten oder im Kontakt mit anderen Menschen, sondern auch auf der Straße tragen kannst. Des Weiteren solltest du gerade in dieser Zeit auf Reisen während der Schwangerschaft in andere Regionen verzichten und den Kontakt zu Reiserückkehrern vermeiden.


Infektionsrisiko reduzieren
 © sippakorn / Pixabay - COVID19: Wie können Schwangere sich schützen?

Welche Maßnahmen werden bei SARS-CoV-2 positiv getesteten Schwangeren ergriffen?

Solltest du während deiner Schwangerschaft positiv auf Corona getestet werden, empfiehlt es sich direkt telefonischen Kontakt zu deiner behandelnden Frauenärztin/deinem behandelnden Frauenarzt aufzunehmen und die Diagnose zu übermitteln. Sofern du keine schwerwiegenden Symptome hast und nicht zu den Risikopatienten zählst, kannst du dich in der Regel problemlos zu Hause, unter Betreuung deines behandelnden Arztes, erholen.

Leidest du jedoch an schweren Symptomen oder besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, ist unter Umständen ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll. Wichtig ist, dass die Mutterschaftsvorsorge in jedem Fall aufrechtgehalten wird. Hierfür kannst du die notwendigen Absprachen mit deinem Arzt, deiner Hebamme oder auch mit deiner ausgewählten Entbindungsklinik treffen. Lass dich in diesem Zusammenhang auch in Bezug auf mögliche Risiken oder Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von thromboembolischer Komplikationen beraten.


Finden im Zuge der Corona-Pandemie Geburtsvorbereitungskurse statt?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt - im Besonderen mit Bezug auf den Lockdown - sollen und müssen unnötige soziale Kontakte vermieden werden. Dies hat verschiedene Folgen. Unter anderem lassen sich Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse nicht wie gewohnt umsetzen. Hebammen, die entsprechende Kurse anbieten, haben in diesem Kontext die Möglichkeit, Live-Kurse über verschiedene Kommunikationsmedien anzubieten. Die Kurse finden mit mehreren Beteiligten "live", also in Echtzeit, statt. Informiere dich am besten bei deiner zuständigen Hebamme und lass dich dahingehend beraten.


Finden Kreißsaalführungen & Termine zur Geburtsplanung trotz Corona statt?

Während des derzeitigen Lockdowns sind vor allem die Kreißsaalführungen schwer realisierbar. Die notwendigen Hygienemaßnahmen lassen sich nur bedingt bis gar nicht umsetzen. Einige Kliniken sind bereits dazu über gegangen, virtuelle Kreißsaalführungen - via Livestream - anzubieten.

Bezüglich der Geburtsplanung und der damit verbundenen Termine ist es zwingend notwendig, vorab in der ausgewählten Klinik anzurufen. Da die Kliniken unterschiedliche Vorgehensweisen haben, solltest du mit deiner Entbindungsklinik alle weiteren Details absprechen.


Ist eine Hebammenbetreuung während der Schwangerschaft und im Wochenbett möglich?

Trotz der Corona-Pandemie findet die Hebammenbetreuung sowohl in der Schwangerschaft wie auch im Wochenbett uneingeschränkt statt. Lediglich Kurse, bei denen mehrere Teilnehmer gleichzeitig anwesend sind, erfolgen aktuell nicht, beziehungsweise ausschließlich online. Am besten suchst du dir rechtzeitig, d.h. zu Beginn der Schwangerschaft eine persönliche Hebamme (z.B. im Internet über die Landesverbände der Hebammen, die Hebammenliste des GVK Spitzenverbandes oder telefonisch über örtliche Hebammenpraxen in deiner Nähe). Deine Hebamme wird dich über alle erforderlichen Vorkehrungen informieren.


Entbindung und Krankenhausaufenthalt - worauf ist während Corona-Krise zu achten?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt darf eine Begleitperson während der Geburt anwesend sein. Du kannst zum Beispiel deinen Partner oder auch deine Mutter, Freundin oder eine andere Vertrauensperson mitnehmen. Unter der Geburt darf diese Begleitperson jedoch nicht wechseln und ist aufgefordert, eine Mund-Nasen-Maske zu tragen. Der Mund-Nasen-Schutz muss unter Umständen auch von dir getragen werden.

Während des gesamten Geburtsvorgangs darf die Begleitperson weder die Station noch den Kreißsaal verlassen. Wenn du möchtest, besteht die Möglichkeit der Mitaufnahme deiner Begleitung in einem Familienzimmer. Selbstredend muss der Begleiter gesund sein.

Was den Besuch anbelangt, gilt in den meisten Kliniken ein striktes Besuchsverbot. In einigen Ausnahmefällen dürfen die frisch gebackenen Papas dennoch die Geburtsstation besuchen. Hier ist zwingend darauf zu achten, dass keine Vermischung mit anderen Patienten erfolgt. Aus diesem Grund ist der Besucher angewiesen, sich vorab bei den Schwestern zu melden.


Kann ich trotz Corona stillen?

Unabhängig davon, ob du nachweislich an Corona erkrankt bist oder nicht, gilt die allgemeine Empfehlung, dein Baby zu stillen. Es wird sogar ausdrücklich empfohlen. Dabei solltest du unbedingt auf die verschiedenen Hygieneregeln achten. Vor dem Stillen musst du dir gründlich die Hände waschen.

Sofern du Corona-Positiv bist, empfiehlt sich während des Stillens ein Mund-Nasen-Schutz. So kannst du die Übertragung des Virus durch eine Tröpfcheninfektion verhindern. Auch in Bezug auf den weiteren Hautkontakt oder enges Kuscheln mit deinem Liebling gibt es keinerlei Einwände, sofern du dich an die notwendigen Hygienebestimmungen hältst.

Hinweis: Bislang fehlen ausreichend Informationen darüber, ob eine SARS-CoV-2 Infektion über die Muttermilch übertragen wird. Zum derzeitigen Zeitpunkt sind nur wenige Einzelfälle bekannt, in denen das Virus in der Muttermilch nachgewiesen wurde und das Baby an einer Infektion erkrankte.


Schwanger in Zeiten von Corona
 © Thor_Deichmann / Pixabay - COVID19: Was müssen Schwangere in dieser Zeit beachten?

Quellen:


1. https://www.uniklinikum-jena.de/geburtsmedizin/Corona-faq-2968.html#faq_2968
2. https://www.dggg.de/news/covid-19-kreisssaalempfehlungen-der-dggg-faq-fuer-schwangere-und-weitere-informationen-1192/
3. https://www.uniklinik-duesseldorf.de/patienten-besucher/klinikeninstitutezentren/klinik-fuer-frauenheilkunde-und-geburtshilfe/unsere-zentren-spezialabteilungen/mutter-kindzentrum-kreisssaal/corona-informationen-fuer-schwangere
4. https://www.tk.de/techniker/leistungen-und-mitgliedschaft/informationen-versicherte/leistungen/schwangerschaft-und-familie/leistungen-schwangerschaft-geburt/leistungen-rund-um-die-geburt/coronavirus-geburtsvorbereitung-rueckbildungskurs-2080796
5. https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/informationen-zum-coronavirus-sars-cov-2/
6. https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/aue/klinik-karriere/gemeinsam-gegen-corona/geburt-und-corona/
7. https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/
8. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/covid-19-virusinfektion-faq-fuer-schwangere-frauen-und-ihre-familien/


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