Dammmassage - ab wann und wie?


Von Windelprinz Redaktion -
           
Dammmassage
 © AnastasiaMaka / Pixabay - Dammmassage: ab wann und wie?

Trotz aller Vorfreude geht die Geburt mit großen Herausforderungen und körperlichen Anstrengungen einher. Mithilfe von Maßnahmen wie der Dammmassage kannst du allerdings noch vor der Geburt dafür sorgen, diese Anstrengungen zu reduzieren und das Risiko auf Verletzungen während der Geburt zu minimieren.



Wo befindet sich der Damm?

Der Damm wird in der Medizin auch als Perineum bezeichnet und stellt den Bereich dar, welcher sich zwischen den äußeren Genitalien sowie dem After befindet. Entsprechend kann zunächst festgehalten werden, dass sowohl Männer als auch Frauen über einen Damm verfügen. Bei Frauen ist der Damm jedoch etwas kürzer, weshalb er während der Geburt sehr empfindlich und intensiv reagiert, je weiter das Kind in Richtung des Beckens rutscht.

Was ist eine Dammmassage und welchen Nutzen hat sie?

Aus biologischer Sicht besteht der Damm größtenteils aus Bindegewebe sowie Muskeln, welche der Beckenbodenmuskulatur zugeordnet werden. Jene Muskulatur spielt während der Entbindung eine wichtige Rolle, da der Damm stark beansprucht wird. Eine besonders große Belastung wird in jenem Moment ausgeübt, in dem der Kopf des Babys durch die Scheide dringt. Aufgrund der Dehnung des Gewebes kann es mitunter zu Verletzungen kommen. In den meisten Fällen sind diese harmlos und werden noch im Kreißsaal genäht.

Um das Risiko auf etwaige Verletzungen dennoch zu verringern, kann eine regelmäßige Dammmassage während der Schwangerschaft sehr hilfreich sein. Zwar gibt diese keine Garantie, dass bei der Geburt keine Verletzungen auftreten, doch hilft die Massage dabei, dass Gewebe und die Muskulatur auf die Beanspruchung vorzubereiten. Statistisch konnte belegt werden, dass Mütter, die vor der Geburt Dammmassagen durchgeführt haben, seltener von Geburtsverletzungen, einem Dammriss oder Dammschnitt betroffen waren.


So funktioniert die Dammmassage

Die wichtigste Grundlage für eine gute und effektive Massage ist Zeit und Ruhe. Suche dir zunächst einen Platz in den eigenen vier Wänden, an dem du über einen längeren Zeitraum ungestört bist und dich vollkommen auf die Massage konzentrieren kannst. Ruhe ist deshalb so wichtig, da es sich bei deinem Damm um Muskelgewebe handelt. Ohne Ruhe ist Entspannung nur schwer möglich, denn unter Stress tendiert die Muskulatur zur Anspannung.

Ist für die notwendige Ruhe gesorgt, nimmst du eine bequeme und entspannte Haltung auf dem Rücken liegend ein, die der im Kreißsaal ähnelt. Nun führst du den Daumen etwa drei Zentimeter tief in die Scheide und beginnst mit langsamen U-förmigen Bewegungen in Richtung des Damms. Dabei wirst du feststellen, dass ein Druckgefühl auftritt. Dieses intensiviert sich, je fester du mit dem Daumen in Richtung des Damms drückst. Dieses Gefühl ähnelt dem, welches auch während der Geburt auftritt, wenn sich das Baby zunehmend dem Becken nähert.

Eine ausführliche Erklärung dazu findest du im nachfolgenden Youtube-Video von Hebamme Ann-Katrin Gnutzmann.




Anleitung zur Dammmassage - Quelle: Youtube | Hebamme Ann-Katrin Gnutzmann


Damit die Dammmassage auch tatsächlich ihre Wirkung entfaltet, kannst du die Übung so oft du möchtest wiederholen. Die ideale Dauer einer jeden Massage beträgt fünf bis zehn Minuten. Nach und nach kannst du den Druck während der Massage erhöhen. Dabei wirst du feststellen, dass das Druckgefühl im Laufe der Zeit nachlässt und das Gewebe sowie die Muskulatur entlang des Damms zunehmend elastischer wird. Wenn du die Massage regelmäßig durchführst und zwischenzeitlich Schmerzen auftreten, dann ist es ratsam, die Massage für einige Tage auszusetzen oder die Intensität so zu verringern, dass die Schmerzen nachlassen.


Darauf solltest du achten

Bevor du mit der Massage beginnst, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Schlussendlich soll die Dammmassage einen positiven Zweck erfüllen und kein unnötiges Risiko darstellen. Um eine Infektion zu verhindern, ist es ratsam, die Hände vor jeder Massage gründlich zu waschen. Erst danach solltest du das Massageöl - sofern du dieses nutzen möchtest - auftragen und einmassieren.

Darüber hinaus gibt es einige Umstände, während dieser du keine Dammmassage vornehmen solltest. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn du unter einer Pilzinfektion oder einer Entzündung des Vaginalbereichs leidest. Diese sollten zunächst auskuriert werden, bevor du mit den Massagen beginnst oder diese wieder aufnimmst. Auch ist davon abzuraten, wenn die Massage zu Schmerzen führt. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass die Dammmassage für dich infrage kommt und du bereit dafür bist, sprichst du im Vorfeld am besten mit deiner Frauenärztin oder deiner Hebamme.


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Der richtige Zeitpunkt für Dammmassagen

Eine regelmäßige Massage des Damms ergibt erst ab einem bestimmten Zeitpunkt der Schwangerschaft einen Sinn. Frauenärzte empfehlen, mit der Massage etwa ab der 34. Schwangerschaftswoche zu beginnen. Da du die Massage beliebig oft durchführen kannst, ist das Zeitfenster bis zur Geburt ausreichend, um Gewebe sowie Muskulatur zu lockern und zu dehnen.

Tipp: Sofern du die Dammmassage als unangenehm empfindest, kannst du sie auch nach einem Bad oder einer Dusche durchführen. Das warme Wasser sorgt dafür, dass sich das Gewebe lockert und die Muskulatur sich entspannt.


Geeignete Öle für die Dammmassage

Im Fachhandel finden sich unterschiedlichste Produkte für die Massage des Damms. Tatsächlich benötigst du jedoch nicht zwingend ein spezielles oder gar überteuertes Produkt. Der wichtigste Faktor einer Dammmassage ist nämlich die Massage selbst. Nichtsdestotrotz gibt es einige Öle, deren hautberuhigende oder stärkende Wirkung du dir zunutze machen kannst, um die Massage so angenehm wie möglich zu gestalten und dem empfindlichen Dammgewebe etwas Gutes zu tun.

Natürliche Aroma- oder Kräuteröle sind hierbei primär zu nennen. Insbesondere Johanniskrautöl wird aufgrund zweier Eigenschaften für die Massage von vielen werdenden Müttern genutzt: Neben der durchblutungsfördernden Eigenschaft wirkt es zusätzlich entzündungshemmend, was in erster Linie nach der Geburt einen wichtigen Faktor darstellen kann. Es eignen sich ansonsten auch Mandelöl, Weizenkeimöl, Jojobaöl, sowie spezielle Produkte, wie das Dammmassageöl von Weleda*.


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Letztlich solltest du nach deinen individuellen Vorlieben gehen, wenn du beispielsweise einen Duft besonders magst. Die Wahrnehmung des Geruchs führt unterbewusst zu einer zusätzlichen Entspannung, wodurch der Effekt der Massage gesteigert wird.

Für weitere Informationen lies auch unseren Blogartikel:

Was tun bei Dammriss & Dammschnitt?