Schwangerschaftsfrühtest - Wie sinnvoll ist er?


Von Windelprinz Redaktion -

Schwangerschaftsfrühtest
 © cottonbro / Pexels - Schwangerschaftsfrühtest - Wie sinnvoll ist er?

Wenn die Periode noch nicht fällig ist und du trotzdem den Verdacht hast, schwanger zu sein, kann die Ungewissheit zur Qual werden. Ein Schwangerschaftsfrühtest kann im Gegensatz zu einem herkömmlichen Schwangerschaftstest schon einige Tage vor Eintritt der Regelblutung durchgeführt werden. Doch wie sinnvoll ist so ein Frühtest? Und ab wann ist er möglich?



Wie funktioniert ein Schwangerschaftsfrühtest? - Die korrekte Durchführung

Die Anwendung eines Schwangerschaftsfrühtests unterscheidet sich kaum von der Anwendung eines gewöhnlichen Schwangerschaftstests. Zunächst solltest du dir die Packungsbeilage aufmerksam durchlesen. Darin befinden sich Details zur Nutzung und Funktion des Testes.

Du solltest den Test direkt nach dem Aufstehen mit Morgenurin durchführen. Zu diesem Zeitpunkt ist die HCG-Konzentration im Urin am stärksten. HCG ist die Abkürzung für humanes Chorion Gonadotropin und ist ein Schwangerschaftshormon.

Je nachdem ob du einen analogen oder einen digitalen Schwangerschaftstest verwendest, hältst du den Teststreifen oder die Sensorspitze unter den Urinstrahl. Lege ihn danach auf eine ebene Unterlage. Alternativ kannst du den Urin auch in einem sauberen Gefäß auffangen und die Spitze des Tests in den Urin eintauchen. Auch hierbei legst du ihn anschließend auf eine ebene Unterlage.


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Worauf muss ich beim Schwangerschaftsfrühtest achten?

Um ein sichereres Ergebnis zu erhalten, solltest du darauf achten, dass du parallel keine Medikamente einnimmst, die HCG enthalten. Dadurch wird das Ergebnis leicht verfälscht. Eine Erkrankung der Eierstöcke kann ebenfalls für ein verfälschtes Ergebnis sorgen. Der Test zeigt im Fall einer Eierstockerkrankung oftmals ein positives Ergebnis an, obwohl du nicht schwanger bist.


Wie lese ich das Ergebnis des Frühtests korrekt ab?

Nachdem du den Test angewendet hast, musst du eine bestimmte Wartezeit einhalten, bevor dir das endgültige Ergebnis angezeigt wird.

Im Beipackzettel steht die genaue Wartezeit und wie das Ergebnis angezeigt wird. Das Ergebnis wird bei analogen Schwangerschaftsfrühtests beispielsweise über die Anzahl oder Verfärbung der Striche angezeigt. Digitale Tests zeigen zum Beispiel "schwanger" oder ein Plus-Zeichen an.

Einige Teststreifen haben auch ein Testfeld, das anzeigt, ob die Anwendung des Tests geklappt hat. Verfärbt sich das Testfeld nicht, musst du den Test wiederholen.


Ab wann kann ich einen Schwangerschaftsfrühtest machen?

Vor dem Tag nach der Befruchtung sollte der Schwangerschaftsfrühtest für ein zuverlässiges Ergebnis noch nicht verwendet werden. Erst nach etwa zehn Tagen hat sich das HCG Hormon ausreichend im Körper entwickelt. Da es jedoch selbst zu diesem Zeitpunkt noch in geringer Konzentration im Körper vorkommt, ist das Ergebnis nicht immer endgültig.

Im Gegensatz zum gewöhnlichen Schwangerschaftstest kann der Schwangerschaftsfrühtest schon vier bis sechs Tage vor Eintritt der Regelblutung angewendet werden.

Jeder Körper anders ist und sich der Tag der Befruchtung auch meist nicht genau bestimmen lassen kann. Das kann zu unzuverlässigen Ergebnissen führen. Warte daher im Zweifelsfall lieber etwas länger, bevor du einen Schwangerschaftsfrühtest durchführst.

Schwangerschaftsfrühtest
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Was ist der Unterschied zwischen einem herkömmlichen Schwangerschaftstest und einem Frühtest?

Sowohl ein herkömmlicher Test als auch der Frühtest ermitteln über enthaltene Antikörper die Konzentration des HCG Hormons. Dieses Hormon wird nur in der Schwangerschaft vom Körper gebildet, und zwar schon nach der Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter. Die Eizelle hat sich im Regelfall circa eine Woche nach der Befruchtung eingenistet.

Der Unterschied zwischen einem herkömmlichen Schwangerschaftstest und einem Frühtest ist in erster Linie die erhöhte Sensibilität des Tests. Schwangerschaftsfrühtests reagieren sensibler auf eine niedrigere Konzentration des Hormons HCG. Schon kleine Mengen, die ein gewöhnlicher Schwangerschaftstest nicht messen kann.

Der Frühtest kann durch seine erhöhte Sensibilität, wie der Name bereits verrät, früher angewendet werden. Während der Frühtest schon vier bis sechs Tage vor der Periode verwendet werden kann, kann der herkömmliche Schwangerschaftstest erst einen Tag nach Ausbleiben der Periode durchgeführt werden.


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Wie sicher ist ein Schwangerschaftsfrühtest?


Fehlerquote


Ein Frühtest hat eine deutliche höhere Fehlerquote als ein gewöhnlicher Schwangerschaftstest. Egal ob das Ergebnis positiv oder negativ ist: Du solltest insbesondere bei Zweifeln den Test einige Tage später noch einmal wiederholen. Das zuverlässigste Ergebnis erhältst du jedoch ohnehin nach dem ersten Ausbleiben deiner Periode.


Frühtest falsch positiv


Wenn der Test ein positives Ergebnis zeigt, ist eine tatsächliche Schwangerschaft höchstwahrscheinlich. Jedoch kommt es in solch frühen Stadien noch oft zu Fehlgeburten. Gerade sensiblen Personen und Personen, die sehnsüchtig auf eine Schwangerschaft warten, ist daher im Regelfall von Frühtests abzuraten. Eine Fehlgeburt nach wenigen Tagen oder Wochen und die damit einhergegangene Schwangerschaft werden ohne Test meist gar nicht bemerkt. Wenn die Schwangerschaft jedoch mittels Frühtest schon positiv getestet wurde und man eine Fehlgeburt erfährt, kann das starke psychisch belastende Folgen mit sich bringen. Daher sind mehrfache Tests, insbesondere mit längerem Abstand zwischen Befruchtung und Test, empfehlenswert.

Weitaus zuverlässiger sind ohnehin klassische Schwangerschaftstests nach dem Ausbleiben deiner Periode oder eine Untersuchung beim Frauenarzt.


Frühtest falsch negativ


Ein negatives Ergebnis bei Schwangerschaftsfrühtest nicht hundertprozentig aussagekräftig. Obwohl Frühtests sensibler auf das HCG Hormon reagieren, kann auch hierbei der Test nicht sensibel genug für einen besonders geringen HCG-Spiegel sein.

Auch Durchführungsfehler können zu einem fälschlichen negativen Ergebnis führen. Wenn du den Test tagsüber durchführst, kann das Ergebnis aufgrund des niedrigeren HCG-Spiegels negativ ausfallen, obwohl du schwanger bist.


Schwangerschaftsfrühtest - ja oder nein?

Pauschal kann keine Aussage getroffen werden, ob ein Schwangerschaftsfrühtest ratsam ist oder nicht. Grundsätzlich spricht nichts gegen einen Frühtest, jedoch sollte man dabei einschätzen können, ob man ein negatives Ergebnis oder eine Fehlgeburt verkraftet.

Frauen, die eine Schwangerschaft planen, können den Schwangerschaftstest kaum abwarten. Jedoch ist oft gerade bei geplanten Schwangerschaften ein andauernd negatives Ergebnis oder eine Fehlgeburt nur umso enttäuschender.

Ein positives Ergebnis kann in den frühen Stadien oft in einer Fehlgeburt enden. 80 Prozent aller Fehlgeburten geschehen in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft, meist in den ersten drei Wochen nach dem Ausbleiben der Periode. Man spricht daher auch eher von einem "frühen Abort". Oftmals bleibt ein solcher unerkannt.

Ein negatives Ergebnis kann aufgrund des noch sehr niedrigen HCG-Gehalts falsch sein. Beide Ergebnisse sind im Fall einer geplanten Schwangerschaft schlecht für die Psyche. Sensiblen Personen und Personen, denen mithilfe künstlicher Befruchtung zum Kinderwunsch verholfen wird, leiden meist besonders unter den Ergebnissen des Tests. Daher ist bei geplanten Schwangerschaften eher ein herkömmlicher Test zu empfehlen.

Nach einem künstlichen Befruchtungsversuch sollte nicht nur aufgrund der psychischen Folgen auf einen Frühtest verzichtet werden. Bei einer künstlichen Befruchtung werden vor der Behandlung Medikamente zur Eizellenreifung verabreicht, die meist HCG enthalten. Das Ergebnis wird so leicht verfälscht.


Der Frühtest ist positiv - was nun?

Ist der Frühtest positiv, heißt das zunächst, dass sich sehr wahrscheinlich eine Eizelle erfolgreich in der Gebärmutter eingenistet hat. Jedoch ist das Risiko für eine Fehlgeburt in diesem frühen Stadium noch verhältnismäßig hoch. Daher sollte nach einiger Zeit noch ein herkömmlicher Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Auch ein Besuch beim Frauenarzt sollte dann erfolgen.

Ein Frauenarztbesuch ist auch wichtig, um eine potenzielle Erkrankung der Eierstöcke auszuschließen. Eine solche Erkrankung kann Grund für ein fälschlicherweise positives Ergebnis sein.

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