Windeldermatitis - Hilfe bei wundem Baby-Po


Von Windelprinz Redaktion -

Windeldermatitis
 © Polina Tankilevitch / Pexels - Windeldermatitis: Hilfe bei wundem Baby-Po

Rötungen im Windelbereich oder ein wunder Po - wahrscheinlich hast du das auch schon bei deinem Kind erlebt. Das Scheuern der Windel führt bei vielen Säuglingen zu Reizungen. Entzündet sich diese zunächst einfache Hautreizung, spricht man von Windeldermatitis.

Windeldermatitis tritt in den meisten Fällen im Alter zwischen 9 und 12 Monaten auf. Bis zu 35 Prozent aller Babys entwickeln diese Hauterkrankung einmal oder mehrmals. Ein Grund mehr sich, darüber zu informieren.




Wie sieht eine Windeldermatitis aus?

Eine Windeldermatitis betrifft vor allem den Windelbereich, in dem sich unscharf begrenzte, flächige Rötungen, Papeln, Bläschen, Pusteln, schuppende oder nässende Flächen entwickeln. Manchmal wird daher der Begriff Windelausschlag benutzt.

Die betroffene Haut wirkt oft glänzend und juckt. Bei stärkerer Ausprägung sind tiefere Hautschäden (Ulcus oder Geschwür genannt) und offene Stellen sichtbar.

Neben dem Anal- und Genitalbereich können auch die Innenseiten der Oberschenkel, der Unterbauch und der Rücken von einer Windeldermatitis betroffen sein.

Windeldermatitis
 © lavizzara / stock.adobe.com - Wie sieht eine Windeldermatitis aus?

Äußert sich die Entzündung in Form von glänzenden Hautrötungen, die von stecknadelkopfgroßen Pusteln oder Knötchen umgeben sind? Dann könnte dein Baby auch an einer Pilzinfektion leiden.


Ursachen für eine Windeldermatitis

Der Begriff Windeldermatitis (landläufig auch Windelausschlag genannt) wird für ein Symptombild mit unterschiedlichen Ursachen verwendet. Mediziner sprechen von multifaktorieller Genese , da in der Regel mehrere Ursachen an der Entstehung von Windeldermatitis beteiligt sind.

Mögliche Ursachen


  • langer Hautkontakt zu Urin und Stuhl durch zu seltenes Wechseln der Windeln (im feuchtwarmen Windelklima wird die Haut aufgeweicht und ihre natürliche Schutzsicht geht verloren)
  • Stillen (Muttermilch führt dazu, dass der Stuhl des Babys einen saureren pH-Wert hat)
  • empfindliche Haut (etwa durch Ekzem oder ein anderes Hautleiden)
  • geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch einen Infekt (auch schon im Anfangsstadium)
  • Zahnen (Dentition)
  • Einnahme von Antibiotika, die Darmflora und Immunsystem mehrere Monate beeinträchtigen können

Wie lange dauert eine Windeldermatitis?

Eine Windeldermatitis kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Mit der richtigen Pflege heilt die Hauterkrankung normalerweise innerhalb weniger Tage ab.

Ist die Windeldermatitis nicht nach einigen Tagen besser oder hat sich inzwischen sogar verschlimmert, solltest du zum Kinderarzt gehen. Dort kann sich die Kinderärztin oder der Kinderarzt ein Bild von der gereizten Haut machen und bei Bedarf einen Abstrich nehmen, um den Erreger der Infektion, die manchmal mit einer Windeldermatitis einhergeht, zu identifizieren. Typischerweise handelt es sich entweder um einen Hefepilz (Candida) oder Bakterien (Streptokokken oder Staphylokokken). Der Abstrich bringt Gewissheit und erleichtert die Behandlung.

Liegt eine sekundäre Infektion einem Pilz vor, spricht man nicht mehr von einer Windeldermatitis, sondern von Windelsoor . Dieser sogenannte Windelsoor muss medikamentös behandelt werden, bis die Haut komplett ausgeheilt ist. Meist wird die medikamentöse Therapie zur Sicherheit einige Tage länger aufrechterhalten, nachdem die Infektion verschwunden ist. Windelsoor ist zum einen ansteckend, zum anderen kann er andere Körperregionen befallen oder erneut im Windelbereich auftreten.


Windeldermatitis
 © Polina Tankilevitch / Pexels - Windeldermatitis begünstigt Windelsoor


Welche Creme bei Windeldermatitis?

Bei der Windeldermatitis ist Hygiene besonders wichtig. Die tägliche Reinigung des Windelbereichs mit einer milden Seife, vorsichtiges Trockentupfen (oder Trocknen mit einem Föhn auf niedriger Stufe), windelfreie Zeit, hoch absorbierende Einmalwindeln und häufiges Windelwechseln bilden den Grundstein bei der Pflege einer Windeldermatitis. Zusätzlich kannst du eine Salbe mit Zink (Wundschutzcreme mit Zink) verwenden und Kamillentee ins Badewasser fürs Baby mischen. Kamille und Zink fördern den Heilungsprozess.

Handelt es sich hingegen um Windelsoor , so verschreibt der Kinderarzt zumeist ein Antimykotikum. Die Unterscheidung zwischen Windeldermatitis und Windelsoor ist somit relevant, denn die richtige Behandlung hängt vom konkreten Erreger ab.


Windeldermatitis, Windelsoor, Windelpilz - der Unterschied

Eine Windeldermatitis begünstigt die Sekundärinfektion mit Bakterien oder einem Pilz (Candida). Bei einer Pilzinfektion wird jedoch von Windelsoor gesprochen. Im Umkehrschluss geht ein Windelpilz bzw. der durch die Candida-Infektion ausgelöste Windelsoor häufig mit verschiedenen Symptomen einer Windeldermatitis einher.

Du erkennst Windelsoor an glänzenden Hautrötungen, die von stecknadelkopfgroßen Pusteln und Knötchen (sogenannte Satellitenpapeln) umgeben sind. Außerdem kann ein Schuppensaum am Übergang zur gesunden Haut vorhanden sein.

Liegt hingegen eine bakterielle Infektion vor, so äußert sich dies eher durch Blasen, Pusteln und nässende Hautrötungen im Anal- und Genitalbereich. Bei einem schweren Verlauf kann dein Baby sogar offene und blutende Hautstellen haben.

Ohne Behandlung breitet sich ein Windelsoor weiter aus. Er kann auf die Oberschenkel, den Rücken und den Unterbauch übergehen. Über die Hände und Finger deines Kindes kann der Erreger sogar ins Gesicht und in den Mund gelangen. Im Mundraum sorgt Windelsoor für Schleimhautablösungen und weißliche Beläge. Je weiter er sich ausbreitet, desto schwerer kann die Behandlung werden. Warte daher nicht unnötig, sondern suche frühzeitig den Kinderarzt auf.


Was tun bei Windelsoor?

Da eine medikamentöse Behandlung vom konkreten Erreger abhängt, muss dieser (ggf. mithilfe eines Abstrichs) vom Kinderarzt identifiziert werden.

Je nach Schweregrad der Entzündung kann der Arzt unterschiedliche Arzneimittel verschreiben. Dazu zählen Antimykotika (Pilzmittel zur äußeren oder inneren Anwendung), Antibiotika für die orale Einnahme, sowie Entzündungshemmer zur äußeren Anwendung.


Den Windelbereich sauber und trocken halten


Neben den Medikamenten ist es wichtig, den Windelbereich deines Babys mindestens täglich (manchmal sogar nach jedem Toilettengang) mit lauwarmen Wasser gründlich zu waschen. Verzichte auf Zusätze (nur milde Seife möglich). Auch Feuchttücher solltest du meiden. Achte darauf, dass die Haut im Anal- und Genitalbereich und den Beinen nach dem Waschen wirklich trocken ist.

Da der Windelbereich gereizt ist, juckt und schmerzt, hat sich Abtupfen etwa mit Mulltupfern oder Watte bewährt. Normales Abtrocknen mit dem Handtuch empfinden die meisten erkrankten Kinder als unangenehm. Auch das vorsichtige Trocknen per Föhn auf einer niedrigen Stufe ist möglich. Ist die Haut trocken, kannst du das verschriebene Medikament oder eine dünne Sicht einer Salbe mit Zink auftragen.


Babycreme
Tipp / Produktempfehlung

Die Windel sollte oft und schnell gewechselt werden, damit die kranke Haut möglichst wenig Kontakt mit Urin und Stuhl hat. Besonders gut ist es, wenn du es einrichten kannst, dass dein Baby zwischendurch keine Windel trägt, damit die Haut atmen kann.


Hygienemaßnahmen und Verzicht


Zusätzlich solltest du die Hygienemaßnahmen erhöhen, denn die an Windelsoor beteiligten Erreger sind ansteckend. Sorge dafür, dass jede Person im Haushalt eigene Handtücher verwendet. Alle Handtücher und Kleidungsstücke sollten häufig gewechselt werden, bis der Windelsoor beim Baby vollständig ausgeheilt ist.

Verzichte in der Zeit der Erkrankung auch auf möglichst viele Pflegeprodukte wie Cremes, Reinigungsmittel und Weichspüler. Solche Produkte enthalten Duft- und Konservierungsstoffe, die die kranke Babyhaut zusätzlich reizen können. Unverträglichkeiten auf solche Stoffe sind zwar eher selten, können aber vorkommen.


Wie lassen sich Windeldermatitis und Windelsoor vorbeugen?

Mehr als ein Drittel aller Kinder macht mit der Windeldermatitis Bekanntschaft. Manchmal entzündet sich die Haut zusätzlich durch Bakterien oder Pilze und ein Windelsoor entsteht.

In früheren Zeiten, als Stoffwindeln üblich waren, kann die Erkrankung sogar noch häufiger vor. Denn traditionelle Stoffwindeln waren weniger saugfähig als moderne Windeln und begünstigten ein feuchtwarmes Windelklima.

Als bewährte Maßnahmen zur Vorbeugung vor Windeldermatitis und Windelsoor haben sich häufiges Windelwechseln (bei Neugeborenen alle zwei Stunden, bei älteren Babys mindestens sechsmal pro Tag, idealerweise zügig nach jedem Toilettengang) und windelfreie Zeit (zeitweise Baby ohne Windel auf einer abwaschbaren Unterlage liegen oder spielen lassen) erwiesen.


Windeldermatitis
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