Werteorientierte Erziehung – Oder: Was ich meinem Kind mit auf den Weg geben möchte

werteorientierte Erziehung

„…Was möchtet ihr eurem Kind bzw. euren Kindern mit auf den Weg geben. Welche Werte und Eigenschaften sind euch wichtig? Woran sollen sich eure Kinder immer erinnern können? Und wenn unsere Kinder die Zukunft verändern könnten, wie sollte sie dann aussehen?“

Diese Fragen stellt sich Ann-Kathrin vom Blog „Munchkins Happy Place“ und hat zu einer Blogparade aufgerufen. Windelprinz.de findet, dass sich alle Eltern, auch werdende Eltern, frühzeitig und ernsthaft mit dieser Frage auseinandersetzen sollten. Denn nur wer ein Wertebewusstsein hat, kann diese Werte auch selbst leben und sie auch an seine Kinder weitergeben.

Eltern wollen einfach nur das Beste

Man könnte hier sehr viele Dinge aufschreiben… Die 10 Gebote, den Knigge, die 5 buddhistischen Silas, die Grundsätze in der Kleinkindpädagogik nach Emmi Pikler. Viele, viele Gedanken und Ansätze für eine werteorientierte Erziehung. Es gäbe doch so vieles, was wir unseren Kindern gerne mit auf den Weg geben würden. Schließlich wünschen wir uns für sie vor Allem eines: Alles erdenklich Gute!

Nun liegt es wohl in jedermanns individuellem Ermessen, auf welche persönlichen Werte der Fokus gelegt werden soll. Einige solcher Werte und Wünsche, die man seinem Kind gerne mit auf den Weg geben möchte, könnten lauten:

Hab Träume und Ziele.

Glaub an Dich und Deine Wünsche.

Sei immer Du selbst und bleib Dir treu.

Behandle andere Menschen fair und sei hilfsbereit.

Respektiere die Natur und unseren Planeten.

Achte auf Deine Ernährung.

Achte auf Deine Gesundheit, sie ist einzigartig.

Lebe bewusst!

Doch bei allen Werten und Maßstäben, die man als Eltern den eigenen Kindern und auch sich selbst setzen kann, sollte man eines beherzigen: Kinder sollen „Kind sein“ dürfen. Das hört sich so simpel an… oder? Aber es ist manchmal leichter gesagt als getan. Vielleicht hilft es, mal einen Tag mitzuzählen, wieviele „Neins“ wir unserem Kind wieder einmal erteilt haben. Und wenn wir dabei ganz ehrlich sind: auf zwei oder drei davon hätten wir gut verzichten können.

Kinder brauchen Grenzen… Um Grenzen zu testen!

Kinder lernen nicht zuletzt, in dem sie ihre Grenzen testen (gefährliche Situationen hier mal außen vor). Doch nicht immer werden dabei gesellschaftliche Werte, das Gebot der Nächstenliebe oder der soziale Gedanke des Teilens berücksichtigt: „Meins? Nein, meins!“
Der kleine Bruder, der doch eigentlich nur neugierig ist, soll das Spielzeug nicht anfassen! Er bekommt es über eine rabiate Enteignungsaktion entrissen, wird in den Arm gekniffen und zu Boden geschubst.

Solche Szenen spielen sich in Familien täglich ab. Nun ist jede Menge Feingefühl gefragt, um die Balance zwischen werteorientierter Erziehung, Tabus und Grenzen zu halten. Einerseits sollen Grenzen gesetzt werden, andererseits soll auch der Entwicklung einer selbstbewussten Persönlichkeit nicht die Grundlage entzogen werden. Der kleine Bruder versteht die Welt nicht mehr, warum er nun plötzlich zu Boden geschubst wird. Doch auch aus der Sicht des „Großen“ ist es höchst unfair gewesen, dass der kleine Bruder einfach das Spielzeug befühlt hat. Hier kommen verschiedene Werte und Perspektiven ins Spiel und leisten sich Konkurrenz. Ein paar wesentliche Werte, die Eltern sich in solchen Situationen aneignen müssen, sind daher Diplomatie und jede Menge Geduld…

Der oben klammheimlich integrierte Buchtitel ist übrigens ein ernst gemeinter Tipp! Diese liebevoll erzählte Geschichte über Hase und Bär aus dem Hasenbärenhaus zeigt Kindern, wie schön es ist, sich wieder zu versöhnen. Bereits kleine Kinder können dadurch Werte wie Freundschaft und Versöhnlichkeit nach Auseinandersetzungen vermittelt bekommen.

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Wertevermittlung ist auch eine Altersfrage

Natürlich ist die Vermittlung von Werten auch eine klare Frage des Alters. Eine Situation, wie hier beispielhaft beschrieben, würde sich bei einem 8-Jährigen anders lösen lassen, als beim 3-Jährigen. Vermutlich würde sie beim 8-Jährigen erst gar nicht entstehen. Beim 3-Jährigen könnte eine altersgerechte Wertvermittlung beispielsweise in Form von spielerischen Anregungen zur Empathie und Rücksichtnahnme auf noch kleinere Kinder erfolgen. Kinder in diesem Altern lernen besonders gut durch Rollenspiele, aber auch anhand von Bildern und Geschichten. Dem 8-Jährigen lassen sich komplexere Werte vermitteln, wie zum Beispiel ein Bewusstsein für Natur und Umwelt. Aber auch während der Teenagerzeit und bis hinein ins Erwachsenenleben werden immer wieder neue Werte in den Fokus rücken. Viele davon entstehen durch Erlebtes, durch eigene Erfahrungen, die sich prägend auf das Wertempfinden auswirken.

Eine besonders interessante Frage oder Diskussion, die sich für mich daraus ergibt: Bei allen Werten, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben – wieviele Grenzen sind notwendig um Kindern den richtigen Weg zu zeigen? Doch dieses Thema ist vermutlich ebenfalls so ergibig, dass man hierzu bereits die nächste Blogparade starten könnte. Na, wie wär’s? 😉

Um den Artikel abzurunden, möchte ich noch einen Fund aus dem Internet mit euch teilen. Mit etwas weniger Ernst. Doch ich würde es nicht nur meinem Kind, sondern auch allen Eltern mit auf den Weg geben:

„Hab große Träume.
Greif nach den Sternen.
Tanze im Regen.
Spring in Pfützen.
Baue Luftschlösser.
Lebe Dein Leben!“

PS: Naaa gut… Auf die Pfützen kann ich an manchen Tagen verzichten…

  1. Pingback: Was ich meinem Kind mit auf den Weg geben möchte {Blogparade} - Munchkins Happy Place

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